Klasse 3a

Juni 2007

 


Unterwegs mit dem Nachtwächter

Am Dienstag, dem 5. Juni 2007, machte die 3a Klasse der VS Zell eine Nachtwächterführung durch die Innenstadt von Waidhofen/ Ybbs. Um 19.00 Uhr versammelten wir uns vor dem Stadtturm. Dort trafen wir unseren Nachtwächter in mittelalterlicher Tracht. Er trug einen schwarzen Mantel und einen schwarzen Hut. In einer Hand hielt er eine Hellebarde und in der anderen eine Laterne. Auch ein Horn gehörte zu seiner Ausrüstung.

Nachdem er in sein Horn geblasen hatte, rief er laut: „Hört, ihr Herrn und lasst euch sagen: unsre Glock’  hat 7 geschlagen; wahrt das Feuer und das Licht, dass unserm Haus kein Schad’ geschicht! Lobet Gott den Herrn!“

Die erste Station war der Freisingerberg. Wir blickten zurück auf den Stadtturm und lasen die Inschrift: Im Jahre 1532 schlugen Bürger, Schmiede und Bauern die Türken in die Flucht und erbauten zur Erinnerung diesen Turm.

Der Nachtwächter erzählte uns vom damaligen Leben des Turmwächters, der nach Feuer Ausschau hielt und die Leute rechtzeitig vom Stadtturm aus warnte. Spannend war die Geschichte vom Feuerpfeil der Türken, der in den Brunnen flog und durch das Wasser gelöscht wurde. Diesen Pfeil kann man zurzeit in der Landesausstellung „Feuer“ besichtigen.

Unser Weg führte uns weiter zum Unteren Stadtplatz, zur Alten Post und zur Bürgerspitalkirche. Wir staunten über die noch erhaltene, alte Stadtmauer mit Schießscharten neben der Spitalkirche.

Der Nachtwächter erzählte von einer Frau, die in ein Haus einzog und ein tiefes Loch fand. Sie wusste sofort, dass kann nur eine Pechnase sein. Eine Pechnase war dazu da, um sich vor Angreifern zu schützen, indem man ihnen heißes Pech hinunterschüttete.

Weiter ging es über den Graben, durch das Ybbstor ins Fuchslueg. Durch einen schmalen Gang kamen wir in die Hintergasse und gingen in einen Hinterhof. Dort stank es ein bisschen. Wir sahen alte Mauergewölbe, Fenster und eine Kellertür.

Nun waren wir wieder am Oberen Stadtplatz. Mit einem großen Schlüssel sperrte unser Nachtwächter die Tür des Stadtturmes auf und wir bestiegen jeder mit einer eigenen Laterne den Turm. Das war spannend. Wir erblickten eine Tür mit der Aufschrift „Abort“ und wussten gleich, was hier dahinter war. In einem Raum sahen wir, wie der Turmwächter früher lebte, sein Bett, sein Ofen, seine Küche und sein Nachttopf - wenn er dringend in der Nacht musste! In der Früh wurde der Nachttopf einfach beim Fenster hinuntergeleert und gerufen: „Achtung!“

Über enge Stiegen kamen wir nun in einen sehr hellen, großen Raum mit einer wunderbaren Aussicht auf die Stadt Waidhofen. Interessant waren hier noch die verschiedenen Waffen, der Raum mit den geselchten Würsten und die große Laterne, mit welcher der Turmwächter den Menschen in der Stadt anzeigen konnte, in welcher Richtung es brannte.

Das war das Ende unserer Nachtwächterführung. Es hat uns sehr gut gefallen. Wir bedankten uns bei unserem Nachtwächter Max Hirsch und gingen müde nach Hause.

Zusammenfassung der beiden Geschichten von:

Benedikt Eibenberger und Benjamin Erbschwendtner