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Ein Bilderbuch wird lebendig!
 

Das Bilderbuch „ Das kleine Ich bin Ich“ von der bekannten Kinderbuchautorin MIRA LOBE war Thema einer Projektwoche in der 1 B Klasse der VS Zell.
Es handelt von einem kleinen bunten Fantasietier, das seine eigene Identität nicht kennt und deshalb versucht herauszufinden, wer es ist. Alle Tiere, die es um Rat bittet, können jedoch nur feststellen, dass es ihnen zwar ein wenig ähnelt, jedoch nicht eines von ihnen ist. Schließlich kommt es zu der Erkenntnis, dass es eine eigene unverwechselbare Identität besitzt.
Nach der Vorstellung des Buches wurde die Thematik in zahlreichen Spielen aufgearbeitet.
Die Schüler malten die Figuren des Buches in Gruppenarbeit in Plakatgröße und stellten die Charaktere rhythmisch mit Orff-Instrumenten dar.
Das Buch wurde als Theaterstück einstudiert und anderen Klassen vorgespielt.
Ein "Ich bin Ich-Lied" bildete den Abschluss der Vorstellung.
Als Erinnerung an dieses Projekt gestalteten die Schüler in gemeinsamer Arbeit dieses Bilderbuch.

"Das kleine Ich bin Ich"

Auf der bunten Blumenwiese

geht ein buntes Tier spazieren.

freut sich, dass die Vögel singen,    

freut sich an den Schmetterlingen,

freut sich, dass sich´s freuen kann.

 


Aber dann stört ein Laubfrosch
seine Ruh, und fragt das Tier:
„Wer bist denn du?
"

Da steht es und stutzt
und guckt ganz verdutzt
dem Frosch ins Gesicht:
„Das weiß ich nicht!
"

Der Laubfrosch quakt und fragt:
„Nanu?
Ein namenloses Tier bist du?
Wer nicht weiß, wie er heißt,
wer vergisst, wer er ist,
der ist dumm!
"  Bumm.
 

Auf der bunten Blumenwiese
will das bunte Tier nicht bleiben.
Irgendeinen will es fragen,
irgendeiner soll ihm sagen,
wer es ist.
 

 

Es begegnet zwei Pferden
„Guten Morgen, Pferdemutter.
Guten Morgen, Pferdekind!
Seid ihr nicht vielleicht zwei Tiere,
die mir ähnlich sind? 

Denn ich bin, ich weiß nicht wer,
suche hin und suche her,
suche her und suche hin,
möchte wissen, wer ich bin.“ 

„Deine kleinen Beine sind zu kurz,
und deine Ohren sind viel länger
als bei mir.
Nein! Du bist ein andres Tier!“

Das bunte Tier geht weiter.
Es trifft die Fische.
„Guten Morgen, liebe Fische,
schaut mich vorn und hinten an!
Ob mir einer helfen kann?“ 

Denn ich bin, ich weiß nicht wer,
suche hin und suche her,
suche her und suche hin,
möchte wissen, wer ich bin.“ 

„Tut uns leid, du buntes Tier,
hast zwar Augen so wie wir,
bist auch gar kein schlechter
Schwimmer, doch ein Fisch?
Nein! Nie und nimmer!
"

Das kleine Tier geht weiter.
Es kommt zum Nilpferd,
und das Nilpferd sagt: 

„Nanu? Was für einer
bunter Kleiner bist denn du?“ 

„Ach, ich bin, ich weiß nicht wer,
suche hin und suche her,
suche her und suche hin,
möchte wissen, wer ich bin.“ 

Darauf geht das Nilpferd stumm
dreimal um das Tier herum,
grunzt und schnauft
und seufzt und spricht:
„Wer du bist, das weiß ich nicht!
"

Da geht das Tier weiter,
entdeckt auf einem Baum
einen schönen Vogel,
und es ruft ihm zu: 

„Lieber Vogel, hör mir zu,
bin ich nicht vielleicht wie du?

Denn ich bin, ich weiß nicht wer,
suche hin und suche her,
suche her und suche hin,
möchte wissen, wer ich bin.
" 

Verwundert macht der Papagei
die Augen auf und wieder zu,
und schnarrt und knarrt
und kreischt: „Nanu!
Du bist bestimmt kein Papagei,
lass mich in Ruh!"

Wieder muss es weiter geh`n.
„Bald werd ich and`re Tiere seh`n“,
denkt es und trifft die Hunde. 

„Guten Morgen, liebe Hunde,
schaut doch bitte zu mir her! 

Denn ich bin, ich weiß nicht wer,
suche hin und suche her,
suche her und suche hin,
möchte wissen, wer ich bin.“ 

Alle Hunde, groß und klein
bellen laut: „Was fällt dir ein?

Du hast keine Hundeleine
und bist überhaupt zu bunt –
und kein Hund.
"

Durch die Stadt
und durch die Straßen
geht das bunte Tier spazieren,
geht – und denkt so vor sich hin:
„Stimmt es, dass ich gar nichts bin?
Ob`s mich etwa gar nicht gibt?
"

Und das kleine bunte Tier,
das sich nicht mehr helfen kann,
fängt beinah zu weinen an.
Aber dann… 

Aber dann bleibt das Tier mit einem Ruck
Mitten im Spazierengehen,
mitten auf der Straße stehen,
und es sagt ganz laut zu sich:
„Sicherlich gibt es mich!
ICH BIN ICH!
"

Zwischen hohen grünen Halmen
Geht das ICH-BIN-ICH spazieren,
dreht sich nicht mehr hin und her,
denn es ist – ihr wisst schon wer. 

Läuft gleich zu den Tieren hin:
„ So, jetzt weiß ich, wer ich bin!
Kennt ihr mich?
ICH BIN ICH!“ 

Alle Tiere freuen sich,
niemand sagt zu ihm: „Nanu?“
Alle sagen: „DU BIST DU!“ 

Auch der Laubfrosch quakt ihm zu:
„DU BIST DU!
Und wer das nicht weiß,
ist dumm!“ Bumm.